Otto Koenig (1914–1992) war einer jener großen öffentlichkeitswirksamen Biologen, die im 20. Jahrhundert in Europa den Boden für den Naturschutz heutiger Prägung bereiteten. Nach einer photographischen Ausbildung in Wien entstanden in jahrlanger Freilandarbeit im Schilfgürtel des Neusiedler Sees erste wissenschaftliche Arbeiten zum Verhalten und zur Ökologie von Tieren, besonders der Vogelwelt, und Otto Koenig wurde zu einem der Begründer der Öko-Ethologie, der Verhaltensforschung mit ökologischem Ansatz. Im Sommer 1945 säuberten Otto Koenig und seine Frau Lilli ein leerstehendes Barackenlager am Wilhelminenberg von Kriegsresten und begründeten dort gemeinsam mit Freunden die "Biologische Station Wilhelminenberg", aus der später ein Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften wurde. Einige bekannte Wissenschaftler gingen daraus hervor, z.B. I. Eibl-Eibesfeldt, und auch der spätere Nobelpreisträger Konrad Lorenz, den Otto Koenig schon aus frühen Jahren kannte, lehrte für kurze Zeit im Institut auf dem Wilhelminenberg. In der Öffentlichkeit ungemein populär wurde Otto Koenig mit einer der längst laufenden Fernsehsendungen im deutschen Sprachraum, nämlich von 1956 bis 1992, zuletzt "Rendezvous mit Tier und Mensch", und durch zahlreiche Bücher. Otto Koenig begründete die Kulturethologie, eine Wissenschaft, die das Fortwirken evolutionärer Verlaufsformen in der Kultur zeigte, und belegte dies eindrucksvoll an Kulturgütern und Symbolen, z.B. Kleidung und Augenmotiv. Damit wurde er zu einem Pionier des interdisziplinären Wissensaustausches zwischen Geistes- und Naturwissenschaften, der in den von ihm begründeten "Matreier Gesprächen" fortlebt. Im Naturschutz sind viele seiner Anliegen, die Otto Koenig noch über die Mobilisierung der Öffentlichkeit und publizistische Tätigkeit durchzusetzen versuchte, heute in Verfahren auf der Grundlage von EU-Richtlinien und Gesetzen institutionalisiert, seine Mahnung zum ressourcenschonenden Umgang mit der Natur und zur Betrachtung des Menschen als Teil der Natur und seiner Evolution bleibt aber aktuell.

(Kurzbiographie; erstellt von H.P. Kollar)

Diese Biographie wurde von einem Mitarbeiter Otto Koenigs produziert und gibt sehr persönliche fast familiäre Einsichten in die Person des Verhaltensforschers. Es beinhaltet Interviews mit Otto und Lilly Koenig sowie Filmausschnitte aus dem täglichen Leben des Umweltschützers, Pädagogen und Organisators im Spannungsfeld Ökologie und Wirtschaft.

 

Umfangreiche Biographie Otto Koenigs

thumb link bioEine umfangreiche Biographie Otto Koenigs finden Sie, wenn Sie diesem Link folgen.

Die Biographie wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes von Jana Salat und Igor Eberhart erstellt. Wir danken dem Verein für Ökologie für die Unterstützung des Projektes.

 

 

 

 

Wikipedia

thumb link wikiAuf Wikipedia finden Sie ebenfalls viele Informationen über Leben und Werk Otto Koenigs.

 

 

 

 

 

Radiosendung

In der österreichischen Mediathek des technischen Museums Wien können Sie eine Radiosendung mit Otto Koenig aus dem Jahre 1979 hören.

 

Pressefotos

Diese Pressefotos können Sie in hoher Auflösung als ZIP-File herunterladen, wenn Sie auf diesen Link rechts klicken. (Achtung! 15 MB groß)

 

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